Transdermale Hormonersatztherapie

Man spricht von einer transdermalen Verabreichung, wenn die Wirkstoffe über die Haut aufgenommen und direkt über die Blutbahn zu ihrem Wirkort transportiert werden. Daher kann eine geringere Dosierung gewählt werden, um dieselben Wirkungen zu erzielen wie mit einer oralen Einnahme.
Heutzutage gilt die transdermale HRT als die risikoärmste Therapieform. Im Vergleich mit der oralen Einnahme reduziert die transdermale Anwendung Risiken für die Entwicklung von Gallensteinen, Venenthrombosen und Fettstoffwechselstörungen.
Als transdermale Darreichungsformen stehen Östrogen-Mono-Präparate als Pflaster, Gel und Spray zur Verfügung. Es gibt auch Pflaster, die Östrogen und Gelbkörperhormon (Gestagen) in Kombination enthalten.

Pflaster

Pflaster gibt es in unterschiedlichen Dosierungen. Sie werden einmal oder zweimal wöchentlich auf die Haut geklebt, eine tägliche Applikation entfällt hier. Bei Pflastern sorgt der Konzentrationsunterschied des Wirkstoffs zwischen Pflaster und Haut für die Aufnahme der Wirkstoffe. Bei den Östrogen-Gestagen-Kombinationspflastern kann das Gestagen, das bei Frauen mit Gebärmutter notwendig ist, auch direkt über die Haut zugeführt werden. Die Verträglichkeit ist individuell unterschiedlich. Es kann vorkommen, dass sich Pflaster bei fettiger Haut ablösen.

Gele und Spray

Estradiol-Gele und das Estradiol-Spray werden täglich auf die Haut aufgetragen und können individuell dosiert und der Stärke der Beschwerden angepasst werden. Sie sind geruchsneutral und unsichtbar. Eine tägliche Applikation bei Gelen und Spray ist notwendig, um die Wirkspiegel aufrecht zu halten.
Bei Gel und Spray wird der Wirkstoff nach dem Auftragen rasch in die obersten Hautschichten aufgenommen und dann in die Blutbahn abgegeben.
Die Hautstelle ist je nach Präparat nach sehr kurzer Zeit oder einigen Minuten trocken und kann nach 2 bis 15 Minuten wieder mit Kleidung bedeckt werden.
Um eine mögliche Estradiol-Übertragung durch engen Hautkontakt zu vermeiden, wird bei einigen Gelen und dem Spray empfohlen, die abgetrocknete Stelle mit Kleidung zu bedecken. Nach dem Auftragen des Gels sollten die Hände mit Seife gewaschen und in Situationen, in denen Hautkontakt erwartet wird, geduscht werden. Bei der Anwendung des Sprays findet nach einer Stunde keine Haut-zu-Haut-Übertragung mehr statt. Nach dieser Zeit sind das Waschen sowie das Eincremen auf der behandelten Hautstelle, sogar mit Sonnencreme, möglich.

Wichtig: Regelmäßige Arztbesuche und Überwachung der Therapie

Damit die HRT sicher wirken kann, ist es wichtig, dass die Anwenderinnen regelmäßig zur Kontrolle zu ihrem Frauenarzt gehen. Darüber hinaus müssen die jeweiligen Anwendungsvorschriften genau befolgt werden. Wie bei jeder hormonellen Therapie können Nebenwirkungen und/oder Wechselwirkungen mit Arzneimitteln auftreten.

Quellen

Perspektiven für Sie