Therapien

Je nach Stärke der Symptome und dem hormonellen Status der betroffenen Frau stehen unterschiedliche Therapieoptionen zur Behandlung von Wechseljahresbeschwerden zur Verfügung.

Anpassung der Lebensführung

Um das Wohlbefinden in den Wechseljahren (medizinisch: Klimakterium) zu erhöhen, sollte auf eine gesunde Ernährung und ausreichend Bewegung geachtet werden. Der Genuss von Tabak sollte vermieden und auch der Alkoholkonsum sollte reduziert werden, da dadurch das Entstehen von Osteoporose begünstigt werden kann. Durch den klimakterisch bedingten Östrogenmangel kommt es zu Umlagerungen von Körperfett. Dies kann in der Folge zu Gewichtszunahme führen. In jedem Fall empfiehlt sich eine bewusste Ernährung mit proteinreicher Kost, viel frischem Gemüse und ballaststoffreichen Kohlenhydraten. Um psychischen Belastungen vorzubeugen, ist es auch wichtig, die Veränderungen des Körpers als natürlichen Prozess zu akzeptieren und die hormonelle Umstellung in der Gestaltung des Alltages konstruktiv und wohlwollend zu berücksichtigen.

Hormonersatztherapie

Eine individuelle Hormonersatztherapie (hormone replacement therapy, HRT) ist die derzeit wirksamste medikamentöse Behandlungsform von Beschwerden in den Wechseljahren. Hitzewallungen und Nachtschweiß wie auch andere mit der Hormonumstellung verbundene Symptome können mit einer HRT verbessert oder behoben werden. Dazu zählen Schlafstörungen, depressive Verstimmungen, Minderung der Leistungsfähigkeit und Gedächtnisleistung, Knochen- und Gelenkbeschwerden sowie Seh- und Hautveränderungen. Die Beschwerden in den Wechseljahren und nach der Menopause, die durch die gesunkenen Konzentrationen von Östrogen und Gelbkörperhormonen hervorgerufen werden, sollen durch Einnahme von Hormonen verringert oder bestenfalls ganz beseitigt werden.

Am Anfang der Wechseljahre treten durch den beginnenden Mangel an dem Gelbkörperhormon Progesteron vor allem Blutungs- und Zyklusstörungen auf. Hier können Präparate mit Gelbkörperhormonen helfen. Im späteren Verlauf verursacht hauptsächlich der Östrogenmangel Beschwerden. Bei einer intakten Gebärmutter (medizinisch: Uterus) wird grundsätzlich eine Kombinationstherapie empfohlen. Die kombinierte Gabe von Östrogen und Gelbkörperhormonen ist wichtig, da Östrogene die Gebärmutterschleimhaut verändern. Gelbkörperhormone wirken diesen Veränderungen entgegen. Bei Frauen dagegen, denen der Uterus entfernt wurde, wird nur Östrogen als Monotherapie medikamentös ersetzt.

Das natürliche Estradiol zählt zu den am häufigsten eingesetzten Östrogenen und wird in der Gynäkologie insbesondere bei der menopausalen Hormonbehandlung oft transdermal angewendet. Die Östrogen- und Gelbkörperhormon-Präparate sind einzeln oder als Kombinationspräparate sowie in unterschiedlichen Dosierungen und Darreichungsformen erhältlich. Hormone können durch orale Tabletteneinnahme oder transdermal (Aufnahme durch die Haut) verabreicht werden. Örtliche Beschwerden wie Scheidentrockenheit können auch lokal behandelt werden, zum Beispiel mit Vaginaltabletten oder -creme.

Allgemein sollte eine HRT mit einer niedrigen Östrogendosis beginnen und die Hormone so kurz wie möglich gegeben werden. Eine Hormonersatztherapie hat zusätzliche Vorteile und kann Erkrankungen wie z.B. Osteoporose vorbeugen. Jedoch kann sie wie jede medikamentöse hormonelle Behandlung auch Nebenwirkungen mit sich bringen. Wichtig ist es daher, in einem fachärztlichen Beratungsgespräch den gewünschten Therapieeffekt gegen mögliche Risiken abzuwägen.

Quellen

Perspektiven für Sie