Die Wechseljahre

Frauen kommen durchschnittlich im Alter von 51 Jahren in die Wechseljahre, das sogenannte Klimakterium. Die Wechseljahre sind ein Prozess der hormonellen Umstellung, der bei jeder Frau zu einem individuellen Zeitpunkt beginnt und unterschiedlich lange andauert. Erste Anzeichen einer Hormonumstellung zeigen sich oftmals schon ab dem 45. Lebensjahr. Durchschnittlich dauert die gesamte Hormonumstellung europäischer Frauen 6,5 Jahre.

Hormonelle Umstellung – was steckt dahinter?

Bereits bei der Geburt wird bei Mädchen ein Pool an bis zu einer Million Eizellen, der weiblichen Keimzellen, angelegt. Eizellen stellen Östrogene und Gelbkörperhormone her. Diese weiblichen Geschlechtshormone wirken sich vielfältig auf die Gesundheit der Frau aus. Östrogene – die wichtigsten unter ihnen sind Estradiol, Estron und Estriol – sind verantwortlich für die Fruchtbarkeit und die Sexualfunktion der Frau. Darüber hinaus haben sie beispielsweise einen positiven Effekt auf die Blutfettwerte, indem sie die Konzentration von Cholesterin verringern und somit arterienverengenden Ablagerungen vorbeugen. Ebenso hemmen sie die Arbeit von knochenabbauenden Zellen (Osteoklasten). Das Gelbkörperhormon Progesteron hat ebenfalls einen Einfluss auf den weiblichen Zyklus. Das Hormon regt das Wachstum der Gebärmutterschleimhaut an und bereitet sie auf die Einnistung einer Eizelle vor. Zusätzlich wirkt Progesteron als Botenstoff im Gehirn. Eizellen, die Hormonproduzenten, werden nicht wie Spermien, die männlichen Keimzellen, nachproduziert. Daher nimmt ihre Anzahl ab der ersten Monatsblutung ab. Wenn Frauen ein Alter von ca. 40 Jahren erreichen, sind die meisten Eizellen verbraucht und die verbleibenden Eizellen reifen immer seltener heran. Dadurch sinkt die Chance, schwanger zu werden, und man spricht von der Prämenopause.

Durch das irreguläre Heranreifen der Eizellen in der Prämenopause werden immer weniger und unregelmäßiger Östrogene gebildet. Es kommt immer seltener zu Eisprüngen und auch die Gelbkörperhormonproduktion nimmt in der Folge ab. Typische Anzeichen für diese Umstellung im Hormonhaushalt sind unregelmäßige Monatsblutungen. Frauen, die hormonell verhüten, bemerken diese Veränderungen jedoch oft nicht, weil die durch die „Pille“ und andere hormonelle Verhütungsmethoden zugeführten Hormone den Zyklus stabil halten. Die letzte Periode einer Frau wird als „Menopause“ bezeichnet. Bis zu diesem Zeitpunkt sollte die Frau unbedingt weiterhin mit einer passenden Methode verhüten.

Wechseljahresbeschwerden – wie äußern sie sich?

Die Reduktion der Östrogenproduktion in den Wechseljahren kann zu folgenden Symptomen führen:

  • Hitzewallungen
  • Stimmungsschwankungen
  • Reizbarkeit, Aggression
  • Einschlafstörungen
  • Unregelmäßigkeit bei der Regelblutung
  • Scheidentrockenheit
  • Gelenk- und Muskelbeschwerden
  • Gewichtsumverteilung
  • Veränderungen von Haut und Haaren
  • mangelndes sexuelles Verlangen

Neben diesen Wechseljahresbeschwerden birgt ein sinkender Östrogenspiegel ein erhöhtes Risiko für Erkrankungen wie Arteriosklerose (Arterienverkalkung) und Osteoporose (verminderte Knochendichte). Auch das Verhältnis von Östrogen zu Androgen, dem männlichen Sexualhormon, im Körper verändert sich. Der resultierende verstärkte Einfluss von Androgenen kann ebenfalls zu Begleiterscheinungen führen, wie zum Beispiel verstärktem Haarwuchs im Gesicht.

Eine Anpassung der Lebensführung kann das Wohlbefinden während der Wechseljahre fördern. Wenn Frauen dennoch stark unter den Symptomen leiden, kann nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt eine individuelle medikamentöse Behandlung nötig sein.

Quellen

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