Hormonelle Verhütungsmittel im Überblick

Hormonelle Verhütungsmittel verändern den natürlichen Hormonhaushalt der Frau. Eingesetzt werden Östrogene und Gestagene, die zwei wichtigsten weiblichen Sexualhormone. Die meisten hormonellen Verhütungsmittel enthalten – wie auch die klassische Antibabypille – eine Kombination aus beiden Hormonen. Sie wirken durch zwei Mechanismen: Zum einen unterdrücken sie die Hormonausschüttung und verhindern so den Eisprung. Zum anderen verändern sie die Konsistenz des Schleims am Muttermund, dem Eingang der Gebärmutter, so dass er für Samenzellen unpassierbar wird.

Die klassische Antibabypille gibt es mittlerweile in deutlich geringerer Dosierung als bei ihrer Einführung vor über 50 Jahren: als sogenannte Mikropille oder Minipille. In vergleichbar niedriger Dosierung kann diese Kombination aus Östrogenen und Gestagenen auch in Form eines Verhütungspatchs oder eines Verhütungsrings eingesetzt werden. Das Verhütungspatch wird wie ein normales Pflaster auf die Haut geklebt und gibt von dort gleichmäßig Hormone über die Haut ab. Die Anwendung ist einfach: ein Patch wird aufgeklebt und eine Woche getragen, drei Wochen in Folge. Darauf folgt eine Woche ohne Patch, in der die Regelblutung eintritt – das heißt man muss nur einmal pro Woche an die Anwendung denken. Der Verhütungsring ist ein biegsamer Ring aus Kunststoff, der in die Vagina eingeführt wird und sich dort bei jeder Frau gut anpasst. Nach drei Wochen wird er wieder entfernt und es folgt eine siebentägige Anwendungspause mit Menstruationsblutung.

Die Dreimonatsspritze wird nur am Anfang des Monats in den Gesäßmuskel der Frau injiziert. Da die Dosierung relativ hoch sein muss, sind allerdings auch die Nebenwirkungen höher. Hormonimplantate sind biegsame Stäbchen, die vom Arzt unter die Haut des Oberarms eingesetzt werden und dann für einen Zeitraum von drei Jahren vor einer ungewollten Schwangerschaft schützen. Auch die Hormonspirale (Intrauterinsystem, IUS) gehört zu den hormonellen Langzeitverhütungsmethoden. Die Hormonspirale, ein T-förmiges Kunststoffteil mit einem Hormondepot am Schaft und einem dünnen Kunststofffaden zur Entfernung, wird in die Gebärmutter eingesetzt und schützt dann je nach Präparat drei bis fünf Jahre vor einer ungewollten Schwangerschaft.

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