Special: Die Pille

Das Jahr 1951 gilt als Meilenstein in der Entwicklung der Antibabypille, kurz „die Pille“. Dem aus Wien in die USA emigrierten Chemiker Carl Djerassi gelang es, Norethisteron herzustellen, ein synthetisches Gestagen. 1961 wurde die erste Pille in Deutschland eingeführt. Heute gilt die Pille als eine der sichersten Verhütungsmethoden. Frauen steht ein breites Spektrum an Pillenpräparaten zur Verfügung, die sich in ihren Dosierungen und Hormonen unterscheiden.

Zur hormonellen oralen Verhütung kommen die zwei wichtigsten weiblichen Sexualhormone, Östrogen und Gestagen, zum Einsatz. Am häufigsten werden Kombinationspräparate verwendet, die sowohl einen Östrogen- als auch Gestagenanteil enthalten. Beide Hormone beeinflussen den weiblichen Zyklus und verhindern eine Schwangerschaft durch zwei Mechanismen: Zum einen unterdrücken sie die Hormonausschüttung und verhindern so den Eisprung. Zum anderen verändern sie die Konsistenz des Schleims am Eingang der Gebärmutter so, dass er für Samenzellen unpassierbar wird. In diese Kategorie gehören Einphasenpräparate (alle Dragees einer Blister-Packung haben die gleiche Dosierung) und Zweiphasenpräparate (die verschiedenen Dosierungen innerhalb einer Packung ahmen den natürlichen weiblichen Hormonspiegel nach). Bei letzteren ist es wichtig, auf die Reihenfolge der Tabletten zu achten. Zu den Einphasenpräparaten gehören auch die modernen Mikropillen, welche in der Dosierung sehr niedrig sind und somit geringere Nebenwirkungen aufweisen.

Neben den Kombinationspräparaten gibt es heute auch Präparate mit nur einem Hormon (Gestagen), die sogenannten Minipillen. Der empfängnisverhütende Effekt ergibt sich hier hauptsächlich aus der Veränderung des Scheidenschleims im Gebärmutterhals, der dadurch für Samen undurchlässig wird. Entscheidend bei der Minipille ist die tägliche Einnahme zum selben Zeitpunkt.

Die Pille ist eines der am häufigsten angewendeten und sichersten Verhütungsmittel – jedoch nur, wenn sie richtig und regelmäßig eingenommen wird. Bei Verhütungspannen und ungeschütztem Geschlechtsverkehr existiert bereits seit 1979 als Notfallkontrazeptivum die sogenannte „Pille danach“, die seit März 2015 in Deutschland rezeptfrei zu erhalten ist.

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