Notfallpille und Schwangerschaft

Die weltweit am häufigsten eingesetzte Notfallpille enthält Levonorgestrel, ein dem weiblichen Hormon Progesteron ähnliches Gestagen. Dieses kann eine Schwangerschaft verhindern, indem es den Eisprung verzögert oder hemmt. Im letzteren Fall wird keine Eizelle aus dem Eierstock freigesetzt und somit ist eine Befruchtung unmöglich. Auf eine bereits befruchtete Eizelle hat Levonorgestrel nachweislich keinen Effekt, das befruchtete Ei kann sich in der Gebärmutter einnisten. Diese "Pille danach" kann also eine beginnende Schwangerschaft nicht unterbrechen und besitzt keine abtreibende Wirkung. Darüber hinaus zeigen Studien, dass selbst bei Überdosierung von Levonorgestrel keine erhöhte Fehlgeburtenrate und kein Einfluss auf das Geschlecht des Fetus zu beobachten sind. Auch gibt es keine Hinweise auf eine fruchtschädigende Wirkung, wenn die „Pille danach“ mit Levonorgestrel versehentlich während der (Früh-)Schwangerschaft angewendet wurde.

Für die "Pille danach" mit dem Wirkstoff Ulipristalacetat sind ähnliche Wirkmechanismen wie für Levonorgestrel bekannt. Da diese Notfall-Pille erst Ende 2010 eingeführt wurde, ist die Anzahl der vorhandenen Daten noch vergleichsweise begrenzt.

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