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Hygiene

Während sich die Menschen im 18. Jahrhundert nur gelegentlich ein Bad gönnten, was vor allem ein Privileg der obersten Schichten war, ist heute ein gewisses Maß an Körperhygiene selbstverständlich. Dabei geht es nicht nur darum, Infektionen und anderen Erkrankungen vorzubeugen, sondern auch auf Mitmenschen schön und anziehend zu wirken. In den letzten Jahren hat sich die Körperpflege sogar zu einer Art Kunst entwickelt – insbesondere im Intimbereich.

Was ist zu sauber? Oder: Manchmal ist weniger mehr

Mädchen und Frauen sollten ihre Intimzone möglichst schonend pflegen:
Denn manchmal ist weniger mehr. Die Schleimhaut der Intimzone ist besonders empfindlich und die Scheidenflora (natürlich vorhandene mikrobielle Besiedlung der Scheide) kann sehr schnell aus dem Gleichgewicht geraten. Eine übermäßige und aggressive Pflege führt daher oft zu Scheidenentzündungen. Zu den häufigsten gynäkologischen Erkrankungen gehören die bakterielle Vaginose (Scheidenentzündung) und der Scheidenpilz.
Fast jede Frau macht mindestens einmal in ihrem Leben eine Scheidenentzündung durch, die unbedingt von einem Frauenarzt behandelt werden muss. Hinweise auf solche Entzündungen sind Juckreiz, Brennen und unnatürlicher Ausfluss.
Es ist also besser, ein gesundes Maß an Intimhygiene zu betreiben. Bei Paaren ebenso wichtig: Beide Partner müssen ihren Genitalbereich richtig pflegen, insbesondere vor dem Sex.

5 Regeln für die Intimhygiene:

1. Täglich waschen. Einmal am Tag sollte man die Scheide mit klarem Wasser waschen. Duschgels und parfümierte Seifen sind unnötig, Intimsprays und spezielle Scheidenduschen sogar schädlich für die natürliche Scheidenflora. Man sollte auch auf Waschlappen oder Schwämme verzichten und am besten Hand oder Duschbrause benutzen. Nach dem Waschen gilt: Frisches Handtuch nehmen und gut abtrocknen.

2. Während der Regel sollte man sich öfter am Tag mit klarem Wasser waschen. Tampons und Binden sollten häufig gewechselt werden, da sie einen guten Nährboden für Bakterien hergeben.

3. Einmal am Tag die Unterwäsche wechseln. Dabei gibt es auch einiges zu beachten: Bei der Slip-Auswahl sollte man besser zu Baumwollstoffen greifen, die luftdurchlässig sind und die Scheide trocken halten. Außerdem sollte man die Unterwäsche bei 60 Grad waschen können. Zugegeben: Oft sieht Unterwäsche, die man so heiß waschen kann, nicht besonders sexy aus... Die Lieblingsslips können trotzdem noch zu besonderen Angelegenheiten getragen werden.

4. Auch in welcher Richtung man sich reinigt, spielt eine große Rolle. Generell gilt: Von vorne nach hinten und nicht andersherum – also von der Scheide in Richtung After. Besonders nach dem Toilettengang ist es wichtig, diese Regel zu befolgen.

5. Stichwort Intim-Styling: Da auch die Schamhaare zum Gleichgewicht der natürlichen Scheidenflora beisteuern, ist der heutige Enthaarungswahn etwas bedenklich. Auf jeden Fall sollte man beim Rasieren etc. auf die Sauberkeit der Haarentfernungsmittel achten und es nicht übertreiben.